Gynäkomastie

Kommt es beim Jungen oder beim Mann zu einer gutartigen Zunahme von Brustdrüsengewebe, entwickeln sich bei ihm also Brüste, so wird das in der Medizin als Gynäkomastie bezeichnet. Bei Jugendlichen ist das in der Pubertät recht häufig: Durch ein vorübergehendes Ungleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogenen (letztere Hormone bildet auch der Junge in kleinen Mengen) kann eine – nicht selten einseitige – Gynäkomastie entstehen. Auch übergewichtige Kinder lagern ihr Fett oft im Brustbereich verstärkt ab, so dass „Brüste“ zu sehen sind (weil das Brustdrüsengewebe selbst aber nicht vergrößert ist, spricht man hier von einer Pseudogynäkomastie).

Nur ganz selten steckt eine Krankheit hinter einer Gynäkomastie – dann nämlich, wenn das Brustgewebe rasch zunimmt und/oder wenn milchartige Absonderungen aus der Brustwarze treten. In diesem Fall gilt es einen Arzt zu konsultieren, damit dieser nach eventuell zugrunde liegenden Hormonstörungen, Tumoren oder auch genetischen Störungen (wie etwa einem Klinefelter-Syndrom) sucht.

Autor(en): Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski