Bin ich infiziert?
Wann ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist

Erkältung, Grippe oder doch COVID-19? Wer aktuell von Erkältungssymptomen geplagt ist, fragt sich womöglich, ob er nun auch von dem neuen Coronavirus infiziert wurde. Der Wunsch, dann einen Test zu machen und Gewissheit zu haben, ist nachvollziehbar - aber nicht unbedingt sinnvoll.

Die Testkapazitäten sind begrenzt

Trockener Husten, Unwohlsein und Fieber – bei vielen Menschen löst das im Moment den Impuls aus, sich sofort auf Corona testen zu lassen. Dahinter steckt oft nicht nur der Wunsch, mögliche schwere Verläufe schnell zu erkennen, sondern auch niemand anderen zu infizieren. Allerdings sind die Kapazitäten für die Durchführung von Tests begrenzt, um das hierfür notwendige medizinische Personal und Material an andere Stelle sinnvoll einsetzten zu können.

Verdacht auf COVID-19 – was nun?

Um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, empfiehlt das Robert-Koch-Institut einen Test nur, falls der Betroffene an Symptomen leidet und

  • in den letzten 2 Wochen Kontakt zu einer an COVID-19 erkrankten Person hatte, oder

  • Vorerkrankungen, wie Krebs, Lungenerkrankungen oder Herzkreislauferkrankungen bestehen oder

  • die Symptome sich verschlechtern und Atemnot und hohes Fieber hinzukommen oder

  • bei der Arbeit in Kontakt mit Risikogruppen kommt.

Selbst Verantwortung übernehmen

Für alle anderen gibt es derzeit keinen Anlass, sich auf das Virus testen zu lassen. Vielmehr appellieren die zuständigen Wissenschaftler an jeden einzelnen Bürger, egal ob mit oder ohne Symptome, sich an das Kontaktverbot zu halten und sich in Ruhe auszukurieren. Nur so könne verhindert werden, dass das Virus weitergegeben wird und Personen mit Risikofaktoren an COVID-19 erkranken. Auch falls Menschen bereits ein negatives Testergebnis erhalten haben, ist Vorsicht geboten. Sie könnten sich dann „in falscher Sicherheit wiegen, so dass sie möglicherweise weniger auf Hygiene und Sicherheitsabstand achten, sich dann aber tatsächlich infizieren und weitere Menschen anstecken“, so Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers.

Wer sich trotzdem nicht sicher ist, ob er lieber einen Arzt aufsuchen sollte, dem bietet die Berliner Charité unter www.covapp.charite.de einen Fragebogen an. Nachdem die Antworten über die individuelle Situation ausgewertet wurden, gibt die Website Empfehlungen für das weitere Vorgehen.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de, Robert-Koch-Institut


31.03.2020 | Autor(en): Marie Schläfer; Bild: © DusanPetkovic/Shutterstock.com