Nasse Tücher oder ein Fächer sorgen für ein wenig Abkühlung an heißen Tagen.

Kühlende Sprays aus der Dose
Bedenken für Umwelt und Gesundheit

Erfrischende Wassersprays erfahren in diesem Sommer neuen Aufwind. Experten des Umweltbundesamtes (UBA) zeigen umweltschonende Alternativen auf und Mediziner warnen vor Risiken für Haut und Bronchien.

Sommerhitze treibt Umsätze nach oben

Die Drogeriemärkte freuen sich über die gestiegene Nachfrage nach kühlenden Wassersprays, Vertreter des UBA sehen die Entwicklung eher skeptisch. „Aus Sicht der Ressourcenschonung ist dies kein sinnvolles Produkt, da die Verpackung materialintensiv ist“, erklärt Sonia Grimminger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am UBA. Sie weist auf die Möglichkeiten hin, sich mit nassen Tüchern im Nacken, einem Fächer oder einer Zeitung Kühlung zu verschaffen. Auch mehrfach befüllbare Sprayflaschen hält Grimminger für vertretbar. „Werden diese häufig wiederverwendet, können unnötige Verpackungsabfälle vermieden werden.“ Hierfür eignen sich laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg Mineralwasser mit Kohlensäure besonders gut. Damit sich keine Keime in der Flasche festsetzen, muss der Behälter allerdings täglich gereinigt und das Wasser gewechselt werden.

Probleme für Haut und Lungen

Markus Klett, Vorsitzender der Ärzteschaft Stuttgart, sieht bei wiederbefüllbaren Sprayflaschen besondere Gefahren für die Lunge: „Das kann bis hin zu Bronchialinfektionen führen.“ Auch könne die ständige Verdunstungskälte von Wassersprays zum Austrocknen der Haut führen, was anfälliger für Infektionen mache. Duft- und Konservierungsstoffe in gekauften Sprays lösen außerdem Allergien aus. Der Mediziner rät vor allem Diabetikern, Älteren und Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, natürliche oder industrielle Wassersprays selten zu verwenden.

Quelle: Ärztezeitung


21.08.2018 | Autor(en): Simone Lang; Bild: © Charnchai Saeheng/Shutterstock.com