Hämorrhoiden sind oft mit Scham verbunden. Betroffene sollten trotzdem so früh wie möglich einen Arzt konsultieren.

Hämorrhoiden nicht ignorieren
Beschwerden mit Arzt besprechen

Hämorrhoiden sind zwar unangenehm, aber eigentlich harmlos. Es sei denn, der Betroffene ignoriert sie – dann droht sogar eine Operation.

„Jeder hat sie, das ist etwas ganz Natürliches“ – so äußert sich Bernhard Strittmatter, Facharzt für Chirurgie und Proktologie in Freiburg, über Hämorrhoiden. Tatsächlich wären wir ohne sie inkontinent, Hämorrhoiden verschließen nämlich den Enddarm. Problematisch sind aber vergrößerte Hämorrhoiden, da sie ausleiern, wodurch Feuchtigkeit nach außen gelangen kann. Mediziner sprechen dann von einem Hämorrhoidalleiden. Typische Symptome sind Jucken und Brennen sowie Nässen und Bluten beim Toilettengang.

Hämorrhoiden im Frühstadium gut zu behandeln

Ursache eines Hämorrhoidalleidens ist häufig eine vererbte Bindegewebsschwäche. Jedoch tragen auch Verstopfung und Bewegungsmangel zu vergrößerten Hämorrhoiden bei, da sie den Darm träge machen. Auch wenn es unangenehm ist, sollten Betroffene möglichst frühzeitig zum Arzt gehen. Denn während ein Hämorrhoidalleiden im Frühstadium noch gut zu behandeln ist, führt in späteren Stadien kein Weg mehr an einer OP vorbei. Bei älteren Betroffenen sollten zudem mit einer Darmspiegelung ernstere Erkrankungen wie Darmkrebs ausgeschlossen werden.

Verstärkte Darmaktivität beugt Hämorrhoiden vor

Wer vergrößerten Hämorrhoiden vorbeugen möchte, sollte möglichst seine Darmaktivität ankurbeln. Dabei hilft ballaststoffreiche Nahrung in Form von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie viel Flüssigkeitszufuhr und Bewegung. Eine hockende Position auf dem WC erleichtert die Darmentleerung. Für diese können zum Beispiel die Füße auf einen kleinen Hocker gestellt werden. Vermieden werden sollte ausgiebiges Pressen, da die Hämorrhoiden durch den Druck auf lange Sicht ausleiern.

Sind die Hämorrhoiden trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erweitert, lindern Salben oder Zäpfchen aus der Apotheke das Jucken und Brennen.

Quelle: Internisten im Netz


11.09.2017 | Autor(en): Leonard Olberts; Bild: © Alexander Raths/Shutterstock